MacBook Air M1 – ein paar Wochen später

Was für ein fulminanter Start für Apple.

Für alle, die es nicht mitbekommen haben: Apple kehrt Intel als Chiplieferant den Rücken & baut auch die Computer auf selbst entworfene Chipsätze auf, wie bereits seit knapp einem Jahrzehnt in iPhone, iPad, Watch etc.

Der Einstieg mit dem M1 getauften Chip hätte besser nicht seien können: In Punkto Leistung kann das kleine Wunderwerk ohne Probleme mit den „großen“ Intel mithalten (& schlägt diese teils deutlich!), doch gerade in Sachen Leistungsaufnahme benötigt dieser nur einen Bruchteil dessen, was man von leistungstarken Prozessoren gewohnt ist.

Diese Power/Watt-Effizienz ist der Grund dessen, dass Apple nicht nur die MacBook Pro (mit Lüfter), sondern auch das MacBook Air mit diesem Chip ausstattet – komplett passiv gekühlt.

Ich habe mich nach langem Überlegen für ein MacBook Air der Einstiegsklasse (8GB / 256GB / 7Core-GPU) entschieden, um meinen Mac Mini aus dem Jahre 2012 abzulösen. Natürlich könnte ich auf die „aufgebohrte“ Variante warten, welche den Kern der neuesten Gerückteküche darstellt. Aber ganz ehrlich – warum?

Folgende Gedanken haben mich zum Kauf veranlasst: 

– Ich kaufe nach Bedarf. Mein Mini hat bis jetzt durchgehalten, aber es wurde Zeit. Falls dieses MacBook irgendwann nicht mehr ausreicht, kaufe ich (informiert) neu – besser als einen Kauf immer wieder hinauszuzögern – etwas besseres wird es immer wieder geben. Mein Mac ist ein Werkzeug, kein Prestige- oder Designobjekt. Wenn mein Dremel auseinander fällt, kaufe ich mir einen neuen – nicht, weil der neueste eine LED-Leiste besitzt (willkürliche Metapher).

– Die Grundvariante: Durch die Integration der Komponenten Prozessor, Arbeitsspeicher & SSD in einen Chip ist der Performancezuwach in den höheren Varianten nur im niedrigem Prozentbereich – schön für die, die es brauchen.

– 8GB Arbeitsspeicher: Digitales Leben (Fotos, Musik, Dokumente), etwas Filmschnitt (Videos zu Geburtstagen), ein paar Spiele (Civilization 6 läuft hervorragend!). Mehr benötige ich nicht – hierfür sind 8GB vollkommen angemessen & werden dies auf absehbare Zeit sein – ansonsten gibt es den Swap.

– 256GB SSD: Filme landen in der Cloud oder einer Archiv-Festplatte, Musik wird gestreamt & nur das nötigste lokal gespeichert, Fotos werden jährlich aussortiert, 2-4 Spiele sind installiert & generell habe ich einen groben Überblick über meine Daten – dies bietet mir im Mittel ca. 100GB freien Speicher – genug für ein paar Filme für längere Reisen oder eine Kopieraktion bei Freunden.

– 7-Kerne-Grafik: Reibepunkt: neben ca. 12% weniger Leistung in Grafikintensiven Applikationen im Vergleich zum 8-Kerne-Modell (Spiele, Filmschnitt, CAD etc.) ist mir ein Punkt besonders wichtig: Das Signal an den Hersteller. Vor grob einem Jahrzehnt, während der Umstellung von Dual- auf Quad-Core machte AMD einen viel diskutierten Schritt: 4-Kerner, die durch die Qualitätssicherung fielen, haben eine zweite Chance bekommen. Hier wurde der „nicht-so-gute“ Kern deaktiviert & diese Prozessoren wurden als 3-Kerner zum günstigeren Preis verkauft. Die Signale waren: Günstige Preise bei ausreichend Leistung, weniger Rohstoffverschwendung (Chips basieren auf Silizium, welches knapp wird). Genau dieses Signal („Hey Apple, du verwertest Grafikeinheiten wieder? Diese haben trotzdem genug Leistung für alles, was ich machen möchte? Die günstigeren Chips würden sonst im Müll landen & das nächste Einstiegsmodell evtl. teurer machen? Ach was, nehme ich gerne!“) möchte ich mit diesem Kauf senden & ist eine Überlegung, welche ich noch nirgends mitbekommen konnte.

Zurück zu meinem MacBook Air: 

Das Design ist ausgereift. Es hat die „gute“ Tastatur, Trackpad, Lautsprecher, Webcam etc. sind seit mehr als einer Generation erprobt & auch beim Akku oder den Anschlüssen gibt es keine Neuerungen. Damit wurde nur der Chip geändert. Ein Verlässliches Produkt quasi. 

Falls man das MacBook einmal öffnen würde (Ein Schelm, wer Böses denkt), würde einem auffallen, dass der Kühlkörper etwas Unterstützung bekommen könnte. Ein Wärmeleitpad, an der richtigen Stelle platziert, würde die Wärme weiterleiten zu etwas großem, metallischem – dem Unterboden.

Natürlich habe ich dies sofort durchgeführt. Mein Fazit nach 2 Wochen: Der Mühe nicht wert.

Die Leistung wurde erhöht, dafür aber auch der Akkuverbrauch & die Hitze am Boden.

Diese ca. 15% mehr Leistung nach einer gewissen Zeit (Größerer Kühlkörper = Längere Zeit, in der der Chip unter Volllast laufen kann bevor er zu heiß wird & die Leistung senkt, um abzukühlen) bringen in Alltagssituationen nichts, jedoch wird der Boden unerträglich heiß & der Akku rennt einem davon – auch bei diesem Wunderwerk M1. Also habe ich das Wärmeleitpad wieder entfernt & freue mich über diese neue Erkenntnis. Für das „extra-mehr“ an Leistung gibt es das MacBook Pro mit einem Lüfter, bei welchem keine Leistungssenkung.

Ein Zubehör muss ich aber dennoch erwähnen: ein klappbarer Stand zum Ankleben an den Boden (Kein Affiliate-Link.

Er trägt minimal auf, lässt sich mobil jedoch aufklappen & hält mein MacBook in einem angenehmen Winkel zum Arbeiten. Für ca. 12€ eine klare Empfehlung.